Publiziert am 26. Oktober 2018

Pressemitteilung mit Serviceteil
„Wildunfälle verhindern / Was ist zu tun?“

Zeitumstellung und Herbst: Wildunfallgefahr steigt

Alle zweieinhalb Minuten passiert ein Wildunfall in Deutschland, Jäger zählen insgesamt 250.000 Wildunfälle mit Paarhufern wie Reh, Wildschwein und Hirsch in ganz Deutschland. Nasses Herbstwetter und die Zeitumstellung erhöhen das Wildunfallrisiko in den kommenden Wochen. Der Berufsverkehr fällt in die Morgen- und Abenddämmerung, besondere Aufmerksamkeit ist geboten.

Wildunfallstatistik(Bad Nauheim, 26. Oktober 2018) Am Sonntag beginnt die Winterzeit und die Menschen können eine Stunde länger schlafen. Während es am Samstag um 7.00 Uhr morgens noch dunkel ist, beginnt nach der Zeitumstellung zur gleichen Uhrzeit bereits die Morgendämmerung. Die Zeit, in der Wildtiere aktiv werden. Reh, Wildschwein oder Hirsch orientieren sich allerdings am Tageslicht und kennen die Zeitumstellung nicht: Während sie am Vortrag die Fahrbahn noch gefahrenlos überqueren konnten, braust nach der Zeitumstellung plötzlich der Berufsverkehr über die Straße. Die Morgenstunden werden so zur Falle für Tier und Mensch. Am Abend wird es eine Stunde früher dunkel. Die Dämmerungsphase beginnt bereits gegen 17.00 Uhr und fällt damit ebenfalls in die Rush-Hour.

Weitere Gefahrenquelle für Verkehrsteilnehmer im Herbst: Das wechselhafte Wetter mit Laub und Schmutz auf nassen Straßen. Autofahrer sollten deshalb besonders an unübersichtlichen Feld- und Waldrändern mit Wild rechnen und die Geschwindigkeit anpassen, rät der Landesjagdverband Hessen: Wer Tempo 80 statt 100 fährt, verkürzt den Bremsweg bereits um 25 Meter.

Wenn ein Tier am Straßenrand steht, sollte der Fahrer kontrolliert bremsen, abblenden und hupen. Die Augen der Wildtiere sind deutlich lichtempfindlicher als die der Menschen, das Fernlicht blendet und macht orientierungslos. Der Hupton hilft Wildtieren, sich akustisch zu orientieren und zu flüchten. Falls eine Kollision unvermeidbar ist, sollte der Autofahrer nicht riskant ausweichen, sondern das Lenkrad gut festhalten und bremsen. Ein unkontrolliertes Ausweichmanöver erhöht das Unfallrisiko, besonders wenn das Auto in den Gegenverkehr gerät oder die Fahrt am Baum endet.

Nach einer Kollision muss die Unfallstelle unverzüglich gesichert werden: Warnblinkanlage einschalten und Warndreieck aufstellen.

Tote Tiere sollten nicht angefasst oder mitgenommen werden. Das Mitnehmen von getötetem Wild kann darüber hinaus als Wilderei zu bewerten sein“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen.

Im Interesse des Tierschutzes ist es laut des Deutschen Jagdverbandes (DJV) Pflicht, die Polizei anzurufen, selbst wenn das Tier geflüchtet ist. Diese kontaktiert den zuständigen Jäger, der das verletzte Tier suchen und erlösen kann. Die Polizei oder der Jäger stellt vor Ort eine Wildunfallbescheinigung aus, die als Nachweis bei der Versicherung dient.

In dieser Woche wurden die Ergebnisse einer Studie, die im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV) durchgeführt wurde, veröffentlicht. Demnach können die weit verbreiteten blauen Wildwarnreflektoren die Zahl der Wildunfälle nicht verringern.
Der ADAC und der Deutsche Jagdverband haben im Dezember 2017 eine eigene Studie vorgestellt: Nach dieser Studie konnten die blauen Reflektoren die Unfälle um bis zu 60 % verringern. Die Ergebnisse dieser Studie können viele Jäger aus der Praxis bestätigen.

Der Landesjagdverband hat deshalb direkt Kontakt zum Hessischen Verkehrsministerium und HessenMobil aufgenommen, um den weiteren Einsatz der Reflektoren auf Hessens Straßen abzustimmen.

Der ADAC startete in Sachsen-Anhalt kürzlich ein neues Projekt. Ein spezieller Reflektor soll zusätzlich zu den optischen Signalen auch einen Warnton aussenden, sobald sich ein Fahrzeug nähert. Dieses Verfahren sei neu in Deutschland, habe sich aber bereits in Österreich bewährt. Der Landesjagdverband wird in der kommenden Woche die Unterstützung des Projektes anbieten. „Die Wildtiere werden keine Verkehrsregeln lernen und neue Techniken der Automobilindustrie zur Erkennung von Wild am Straßenrand mittels Infrarotsensoren stecken noch in der Entwicklung. Die Autofahrer können durch eine vorsichtige Fahrweise und reduzierte Geschwindigkeit besonders in der Nähe von Feld- und Waldrändern oder im Wald das Unfallrisiko erheblich senken“, so Ellenberger.

 

Wildunfall Schwerpunkte identifizieren

Ein von der Universität Kiel entwickeltes Wild- und Totfundkataster soll künftig die Basisdaten für eine spezielle Wildwechsel-App liefern, die Autofahrer vor Gefahrenstellen warnen soll. Der Landesjagdverband Hessen begrüßt diese technische Entwicklung. „Die App der Universität Kiel steht für Jedermann unter dem Suchbegriff „Tierfund-Kataster“ für Apple und Android zur Verfügung“, so Prof. Ellenberger weiter. Auf einer Fachtagung zum Thema Wildunfallprävention, die der ADAC gemeinsam mit dem Deutschen Jagdverband initiiert hat, sollen im Dezember die Untersuchungsergebnisse zu optischen Wildwarnern vorgestellt und über weitere Forschungsvorhaben diskutiert werden.

 

Service

Wie kann ein Wildunfall verhindert werden?

  • Reduzierte Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Wald- und Feldrändern.
  • Besonders gefährlich sind neue Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
  • Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.
  • Tier am Straßenrand: Abblenden, Hupen, Bremsen.
  • Ein Tier kommt selten allein. Autofahrer sollen stets mit Nachzüglern rechnen.
  • Lässt sich ein Zusammenstoß nicht verhindern: Vollbremsung einleiten und das Lenkrad festhalten. Nicht ausweichen! Sonst endet die Fahrt schnell im Gegenverkehr oder an einem Baum.


 

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

  • Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warndreieck aufstellen und Polizei unter 110 anrufen.
  • Aufgrund der Infektionsgefahr niemals tote Tiere ohne Handschuhe anfassen. Abstand halten zu lebenden Tieren.
  • Wer Wild mitnimmt macht sich der Wilderei strafbar.
  • Einem geflüchteten Tier nicht folgen. In der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen und die Unfallstelle markieren. Dies gelingt z. B. mit einem weißen Papiertaschentuch, das an einen Ast oder Busch, von der Straße aus gut sichtbar, befestigt wird. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.
  • Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.


 


Publiziert am 25. September 2018

Verhandlungen gegen Uwe Friebertshäuser finden Abschluss

am 13.09.18 fand die Verhandlung im Landgericht Kassel – Jagdverein Hessenjäger Kassel e.V. gegen Uwe Friebertshäuser -, statt. Nach 4 Jahren Verhandlungsdauer, hervorgerufen durch immer wiederkehrende Einsprüche und neuer Unterlagen der Gegenseite, die gar nicht den Kern unserer Forderung betrafen, wurde gestern ein endgültiges Urteil gesprochen. Dazu hatte das Gericht die ehemaligen Kassenprüfer für die Jahre 2009-2015 als Zeugen geladen. Im Wesentlichen ging es um die von den Kassenprüfern empfohlenen Entlastungen des Schatzmeisters Jonas Bender und des Vorstandsmitgliedes Uwe Friebertshäuser anlässlich der damaligen Jahreshauptversammlungen. Alle Zeugen bekundeten vor der Richterin, dass die Buchungen keinerlei Fehler gezeigt hätten, jedoch eine Kassenprüfung der sogenannten Schießstand- bzw. Munitionskasse fand nicht statt, weil solch eine Kasse in Verbindung mit der Vereinsbuchführung nicht existiert hatte. Selbst auf eine Frage der Kassenprüfer nach den Einnahmen aus dem Munitionsverkauf auf dem Schießstand erwiderte Jonas Bender damals, das wäre privat und ginge den Kassenprüfern nichts an.

Schon bei der letzten Verhandlung hatte die Richterin angeboten einen Vergleich zu schließen, um diese Sache endlich zu beenden. Nach der Beratung mit unserem Rechtsanwalt stimmten wir einem Vergleich zu. Dies wurde damals von Herrn Friebertshäuser nachdrücklich und vehement mit der Begründung abgelehnt, alles korrekt abgerechnet zu haben. Bei der gestrigen Verhandlung, nach den Aussagen der ehemaligen Kassenprüfer, machte die Richterin Uwe Friebertshäuser wieder das Angebot, den Vergleich doch anzunehmen. Erst das intensive Einwirken seines Anwalts veranlasste ihn, dem Vergleich zuzustimmen. Alle von Herrn Friebertshäuser benannten ca. 30 Zeugen wurden nach Annahme des Vergleichs ungehört entlassen. Die Verhandlung dauerte fast 3 ½ Stunden.

Der Vergleich sieht wie folgt aus:
Uwe Friebertshäuser zahlt spätestens am 31.12.2018 3.500,00 € auf unser Vereinskonto ein. Damit wäre die Sache ein für alle Mal erledigt. Sollte er diesen Betrag bis dahin nicht bezahlt haben, werden 5.000,00 € fällig, und zwar bis zum 31.01.2019. Sollte auch dieser Termin verstreichen drohen Zwangsmaßnahmen. Nun bleibt zu hoffen, dass die Sache am Ende dieses Jahres endgültig abgeschlossen sein wird.

(deu)


Publiziert am 13. Juni 2016

Unsere Vereinsvorsitzenden zu einem aktuellen Thema:

Ist die Jagd noch zeitgemäß?

Bachmann_Aus-meiner-SichtAus meiner Sicht:
Herbert Bachmann

Jagd ist kein Hobby, sondern eine gesetzliche und verantwortungsvolle Aufgabe zum Schutz und Erhalt unserer Natur. Um Jäger zu werden, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden: Naturverbundenheit, Achtung und Ehrfurcht vor der Schöpfung und den Geschöpfen Gottes und eine intensive, umfangreiche Ausbildung mit abschließender Prüfung zum Jäger (Grünes Abitur: Jäger sind der einzige Naturschutzverband, der ausbildet! ). Ziel und Aufgabe der Jagd ist es, den Artenreichtum zu erhalten, d. h. auch für den Jäger ist es wie für Land- und Forstwirte auch, oberstes Gebot auf Nachhaltigkeit zu achten. Insbesondere Jägern ist es zu verdanken, dass Uhu und Wanderfalke in Deutschland nicht mehr vom Aussterben bedroht sind und Großtrappe, Auer- und Birkwild noch nicht ausgestorben sind. Wildbret ist zudem ein nahrhaftes, schmackhaftes und gesundes Nahrungsmittel. Mehr BIO geht nicht!
Nebenbei bemerkt: Diese „Minderheit an Sportjägern“ wendet aus eigener Tasche für die Anlage von Feldholzinseln, Biotopen usw. mehr Geld aus eigener Tasche auf, als es die großen Naturschutzverbände NABU und BUND tun.
Fazit: Jagd ist in der heutigen Zeit notwendiger denn je.

Deutscher_Aus-meiner-SichtAus meiner Sicht:
Wolfgang Deutscher

Die Jagd ist das älteste Handwerk der Welt. Projiziert man das Bestehen der Menschheit auf einen 24 Stunden Tag, so gibt es die Jagd seit 23 Stunden und 50 Minuten, seit den letzten 10 Minuten die Landwirtschaft und Viehzucht. Der Mensch wurde dadurch teilweise unabhängiger von der Jagd. Als sich der Adel bildete, wurde die Jagd für den Normalbürger erschwert bzw. verboten. Dieses änderte sich erst nach der Revolution 1848 in Deutschland. Im Jahre 1849 wurde das Jagdrecht in die Verfassung aufgenommen und wurde Bestandteil des Grundrechtes. Dieses Jagdrecht ist mit dem Eigentum an Grund und Boden unlöslich verbunden, d.h. jeder Eigentümer an Grund und Boden ist Inhaber des Jagdrechtes und es ist bis heute so in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland verankert.
Der heutige Jäger ist der einzige Natur- und Tierschützer, der eine schwierige Prüfung ablegen muss!! Er hat den gesetzlichen Auftrag, die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen zu gewährleisten. Die Jäger haben im letzten Jahr 2,2 Millionen Arbeitsstunden in Bezug auf Verbesserung der Lebensgrundlagen des Wildes aufgewandt, nicht nur die des jagdbaren Wildes, was bei einem Stundenlohn z. B. von 10 € einen wirtschaftlichen Wert von 22 Millionen € darstellt, und zwar für den Staat kostenlos und aus eigener Tasche finanziert!

Der heutige Jäger gilt nach EU Recht, Verordnung 852, 853, 854/2004 als Primärerzeuger eines hochwertigen, naturbelassenem Fleischproduktes, mehr Biofleisch geht nicht. Er nutzt die Wildbestände wirtschaftlich, d. h. nur der jährliche Zuwachs wird abgeschöpft, so wie es die Forstwirtschaft ebenso handhabt. Einer der größten Naturschutzverbände der Welt, der WWF, (World Wildlife Found for Nature) befürwortet diese Art der Bewirtschaftung, was einen dauerhaften Bestand des Wildes und des Forstes gewährleistet, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Seit sich die Jägerschaft 1875 in einem Jagdverband organisiert hat, gibt es Aufzeichnungen die belegen, dass bisher keine Wild- oder Tierart, die dem Jagdrecht unterliegt, ausgestorben ist. Dies kann kein anderer Tier- oder Naturschutzverband von sich behaupten!!
Der heutige Jäger gilt laut Gesetz als Jagdunternehmer, das sich darin zeigt, dass er Beiträge an die Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften leisten muss!
Der heutige Jäger hat mit der intensiven Predatorenbejagung dazu beigetragen, dass zum Beispiel in Norddeutschland wieder Niststätten für den fast ausgestorbenen Regenbogenpfeiffer und Triel festgestellt wurden, für die meisten der sogenannten Tierschützer unbekannte Vogelarten!
Ich könnte die Liste noch endlos weiterführen, will es aber hiermit belassen. Nur eines noch: Die sogenannten Tierschutz-, Tierrecht- und Naturschutzverbände sollten damit aufhören, einen Wettkampf zu veranstalten, wer der beste Verband ist. Sie sollten damit aufhören, ideologisch verbrämte Forderungen aufzustellen und Diskussionen unter der Gürtellinie zu führen. Sie sollten damit aufhören, die urbanisierten und naturentfremdeten Menschen in den Städten mit falschen Informationen zu versorgen und sie sollten damit aufhören, die Jagd und die Jäger in einem falschen Licht erscheinen zu lassen und zu diffamieren, wir die Jäger, tun es doch auch nicht!

Noch eines zum Schluss:

Des Jägers Ursprung liegt entfernt,
dem Paradiese nah,
da war kein Kaufmann, kein Soldat,
kein Arzt, kein Pfaff, kein Advokat,
doch Jäger waren da!


Publiziert am 13. Juni 2016

Alltagshelden 2016

Alltagshelden-2016
250 Euro Preisgeld beim Wettbewerb „Alltagshelden gesucht“ – diesen Erfolg darf sich Herbert Bachmann, Vereinsvorsitzender der Hessenjäger, auf die Fahne schreiben. Er hatte mit Pfarrer Arno Wilke von der Kirchengemeinde Jungfernkopf ein Projekt „Bibelgarten“ bei dem Veranstalter, der Kasseler Bank, eingereicht. Von insgesamt 131 gemeinnützigen Projekten kamen 50 in die engere Wahl. Mit dabei der Vorschlag der Hessenjäger, der dafür prämiert wurde. Der Jagdverein Hofgeismar war auch mit dabei und erhielt ebenfalls eine Prämie. Ramona Meyer nahm sie für ein Projekt von Lernort Natur entgegen. 2014 hatte der Jagdverein Hessenjäger Kassel bei diesem Wettbewerb den dritten Platz erzielt. Während der Abschlussveranstaltung am 8. Juni 2016 erhielt Bachmann im Hauptsitz des Geldinstituts den Scheck. Regierungspräsident Walter Lübcke und der Vorstandsvorsitzende des Bankhauses, Martin Schmitt, würdigten das Engagement der Bürger für ihre Region.

(beb/Foto: R. Meyer)


Publiziert am 15. Februar 2016

Resolution der Hessenjäger zur Jagdverordnung

Schluss mit der Waschbärenhauptstadt Kassel!

Die drastische Einschränkung der Raubwildjagd und die Erschwerung der Jägerprüfung in der neuen Hessischen Jagdverordnung muss zurückgenommen werden! Die Mitglieder des Jagdvereins Hessenjäger Kassel fordern den Landesjagdverband Hessen auf, mit diesen Forderungen erneut an die Landesregierung heranzutreten.

Nicht hinnehmbar an der Jagdzeitenverordnung ist, dass das Raubwild, bisher vielfach ganzjährig freigegeben, jetzt nur noch eingeschränkt bejagt werden kann.

Beispielhaft möchten wir an die Beschneidung der Waschbärenjagd erinnern. Diese Tiergattung vermehrt sich trotz Jagd außerordentlich, ist ein Kulturfolger und stellt seit Jahren mit großen Sachschäden in Dachböden, Garagen und Gartenhäuschen eine wachsende Plage für die Bürger dar. Laut Handelsblatt (2013) ist Kassel die europäische Waschbärenhauptstadt. Nach dem Willen der hessischen Umweltministerin Priska Hinz wird das weiterhin so bleiben. Auch für Füchse, die als Räuber und Überträger von Krankheiten an Menschen und Haustiere bekannt sind (Tollwut, Räude, Fuchsbandwurm), erscheint ein zusätzlicher Bestandsschutz nicht praxisgerecht. Wir würden uns freuen, wenn der Landesjagdverband gegen die Jagdzeiteinschränkungen beim Raubwild auch juristische Schritte einleitet.

Weiter wird die Jägerprüfung durch die Verordnung nicht nur formal erschwert. Wir sehen es als Problem an, dass der laufende Keiler nun als vierte Schießdisziplin in die Prüfung einzieht. Viele Vereine, auch wir, haben einen kombinierten Kipphasen- und Keilerstand auf dem Schießgelände. Bei den Jägerprüfungen sehen wir hier ein Zeitproblem, das uns eventuell zu zwei Schießtagen verpflichtet. Wir lehnen daher diesen Mehraufwand ab und halten das bisherige Übungsschießen auf den Keiler jagdpraktisch für ausreichend.

Außerdem lehnen wir Hessenjäger gravierende gesetzliche Änderungen bei der Jagd auf dem Verordnungswege ab. Das Jagdrecht ist ein Eigentumsrecht. Bei Eingriffen sollten demokratische Diskussionen der Landtagsabgeordneten stattfinden, die im Wahlkreis vor Ort erreichbar sind, und keine Verhandlungen fernab hinter verschlossenen Ministeriumstüren in Wiesbaden. Unter anderem haben wir auch deswegen in Wiesbaden demonstriert. Der Landesjagdverband möge sich daher dafür einsetzen, dass umfängliche Veränderungen bei der Jagd, wie jüngst geschehen, künftig in ein Landesgesetz des Landtages überführt werden müssen.

Bei ihrer Jahreshauptversammlung am 11.2.2016 haben die Hessenjäger diese Resolution einstimmig verabschiedet.

(beb)

V.i.S.d.P.:
Der Vorstand des Jagdvereins Hessenjäger Kassel


Publiziert am 26. Juli 2015

Besonderer Fangjagdlehrgang

Die Polizei stellt jetzt die Falle

Den Umgang mit dem Fangeisen verfolgen die Polizistinnen und Polizisten mit besonderer Aufmerksamkeit.

Den Umgang mit dem Fangeisen verfolgen die Polizistinnen und Polizisten mit besonderer Aufmerksamkeit. (Fotos: beb)

Kassel. Wer darf einen Waschbären fangen? Wie tötet man ein angefahrenes Reh? Mit solchen Fragen sehen sich Polizeibeamte oft genug in ihrem Dienst konfrontiert. Dies ist für sieben Beamtinnen und Beamte des Polizeireviers Baunatal Grund genug gewesen, sich bei dem Jagdverein Hessenjäger Kassel erstmals zu einem Fangjagdlehrgang Ende Juli auf dem Schießstandgelände einzufinden.
Die Lehrgangsleiter Frank Becker und Volker Dippel antworten mit Theorie und Praxis. Dass man eine Waschbär-Falle kaufen kann, weiß jeder. Aber kaum jemand, dass er sie nur mit entsprechender Fachkunde betreiben darf. Für Letzteres braucht man einen Fangjagdlehrgang. Sonst begeht man eine Ordnungswidrigkeit, die einem mit bis zu 1000 Euro Bußgeld teuer zu stehen kommt. Ein Problem, das auch im Polizeidienst auftaucht.
Vom Straßenverkehr schwer verletzte Wildtiere sind ein Problem, dem die Beamten im Einsatz immer wieder begegnen. Sie dürfen nach den Worten von Volker Dippel verletzte Wildtiere mit der Dienstwaffe erlegen. Wie man dies in der Praxis – abhängig von der Tierart – umsetzt, ist für Freund und Helfer von besonderem Interesse. Zum Thema Fangschuss liefert Frank Becker aus seiner langjährigen Erfahrung wertvolle Tipps.

Betonrohrfallen und ihre Bedienung lernen die Lehrgangsteilnehmer ebenfalls kennen.

Betonrohrfallen und ihre Bedienung lernen die Lehrgangsteilnehmer ebenfalls kennen.

Zum Lehrgangsprogramm gehört auch der praktische Umgang mit den Fallen: Wie werden sie gestellt? Wo stellt man sie auf? Ein geradezu furchteinflößendes Gerät ist das Fangeisen, das von einer schweren Stahlfeder gespannt wird. Diese Totschlagfalle – inzwischen eher weniger gebräuchlich – lässt sich nur mit viel Körperkraft und äußerster Vorsicht bedienen. Sie darf nur in geschlossenen Bunkern aufgestellt werden.
Lebendfallen sind in der Praxis die Regel. Sie müssen jedoch laufend überwacht werden, damit gefangene Tiere nicht qualvoll sterben. Je nach Tierart gibt es Kastenfallen in verschiedenen Größen für Marder, Fuchs und Waschbär, die die Lehrgangsteilnehmer auf dem Schießstand kennen lernen. Auch verschiedene Betonrohr-Fallen gehören zum Ausbildungsprogramm.

(beb)


Publiziert am 31. Mai 2015

Hohe Auszeichnung für Lernort Natur

Dr. Wolfgang Euler (Mitarbeiter bei Lernort Natur), Ulrich Labonte (Hess. Umweltministerium), Georg Schwarz (ebenfalls Mitstreiter bei Lernort Natur) und Herbert Bachmann (Vereinsvorsitzender) v.l.n.r. bei der Übergabe der Urkunde. (Foto: nh)

Dr. Wolfgang Euler (Mitarbeiter bei Lernort Natur), Ulrich Labonte (Hess. Umweltministerium), Georg Schwarz (ebenfalls Mitstreiter bei Lernort Natur) und Herbert Bachmann (Vereinsvorsitzender) v.l.n.r. bei der Übergabe der Urkunde. (Foto: nh)

Kassel/Licherode. Für seine Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Kindern hat der Jagdverein Hessenjäger Kassel von der Hessischen Landesregierung eine besondere Urkunde erhalten: ein Zertifikat, das der vereinseigenen Schulungseinrichtung Lernort Natur „Bildung für n achhaltige Entwicklung“ bescheinigt. Vereinsvorsitzender Herbert Bachmann und seine Lernort-Mitarbeiter Dr. Wolfgang Euler und Georg Schwarz nahmen die Auszeichnung am Mittwoch, 27. Mai 2015, im Umweltbildungszentrum Licherode (Alheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg) von Ulrich Labonte, einem Vertreter des Hessischen Umweltministeriums, entgegen. Sie trägt die Unterschrift von drei Ministerien: Priska Hinz (Umweltministerin), Alexander Lorz (Kultusminister) und Stefan Grüttner (Sozialminister).

Bachmann erläuterte bei der Ehrung die Tätigkeit von Lernort Natur: Etwa zehn Vereinsmitglieder arbeiteten seit 2001 daran, jungen Menschen die Natur konkret nahe zu bringen, damit sie später das schätzen und schützen könnten, was sie kennen und lieben. Lernort Natur besuche Schulen sowie Kindergärten und würde mal eine Unterrichtsstunde gestalten oder mit der Schulklasse naturkundliche Exkursionen im Wald unternehmen. Schülerinnen und Schüler, aber auch Kindergartenkinder könnten dann Pflanzen und Tiere entdecken und biologische Zusammenhänge erkunden und erführen, wie die Natur nachhaltig zu nutzen und zu schützen sei. Ferner besitze der Jagdverein einen Ausstellungswagen mit vielen Exponaten von Vögeln und Wildtieren, die Jugendliche so aus nächster Nähe kennen lernen könnten. Bilder und Hintergrundwissen der Jägerinnen und Jäger rundeten das Angebot ab. Darüber hinaus sei der Jagdverein mit der Arbeitsgemeinschaft außerschulischer biologischer Lernorten der Region Kassel (BioLeKa), vernetzt. BioLeKa biete Gruppen und Vereinen, die an Naturgeschichte und Naturerleben Interesse hätten, Programme an. Für den Vortrag spendeten die 25 Gäste der Festveranstaltung Beifall.

Labonte vergab bei der Veranstaltung das Zertifikat „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auch an Mitarbeiter des Umweltbildungszentrums, die sich mit einer eigenen Umweltbildungsarbeit an Schüler und Lehrer wenden.

(beb)


Publiziert am 20. Mai 2014

Alltags-Helden

Alltags-HeldenEinen dritten Platz, 1000 Euro Preisgeld und eine Urkunde erhielt der Verein Hessenjäger Kassel für seine Initiative „Lernort Natur“, mit der er jungen Menschen die uns umgebende Tier- und Pflanzenwelt näher bringen will.

Die Kasseler Bank hatte zu ihrem 150jährigen Bestehen einen Wettbewerb mit dem Motto „Alltags-Helden gesucht“ für förderungswürdige Projekte in der Region ausgelobt. Der Jagdverein war in der Kategorie Umwelt und Natur erfolgreich.

Dr. Wolfgang Löffler, Jury-Mitglied und Präsident des Landgerichts Kassel, überreichte den Preis an den ersten Vorsitzenden der Hessenjäger, Herbert Bachmann am 20. Mai bei einer Festveranstaltung der Bank. Die Jagdvereinsinitiative „Lernort Natur“ war allein im vergangenen Jahr rund 100 Mal an Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen im Einsatz.