Wenige Schultern tragen den Verein

Kassel. Ehrenamtliches Engagement „auf wenigen Schultern“ und eine Resolution gegen die Einschränkung der Jagdzeiten durch die Hessische Landesregierung standen bei der Jahreshauptversammlung der Hessenjäger Kassel im Vordergrund. Rund 70 Mitglieder nahmen am Donnerstag, 11. Februar, an der Veranstaltung im Landhaus Meister teil.

„Ohne die Ehrenamtlichen wäre es um unserem Verein schlecht bestellt“, erklärte Vereinsvorsitzender Herbert Bachmann in seinem Rechenschaftsbericht. Er verwies auf die eineinhalb Personalstellen, die die beiden Vorsitzenden für Vereinsarbeit stetig leisteten. Auch die Berufstätigen im Ehrenamt seien „am Leistungslimit“ angekommen. Eingedenk der 435 Vereinsmitglieder laste die Vereinsarbeit nur auf wenigen Schultern.

Demgegenüber würden die Dienstleistungen anerkennend in Anspruch genommen. 69 Teilnehmer haben nach Bachmanns Worten Fanglehrgänge besucht, 56 Interessenten seien an der Motorsäge geschult worden und 27 Jäger befänden sich im vereinseigenen Lehrgang.

Über die Arbeit auf dem Schießstand sagte Pressereferent Dr. Klaus Bebendorf, dass auch unter den Schießaufsichten Personalknappheit herrsche. Jeder könne sich beteiligen und auf Wunsch auch ausbilden lassen.

An der Schießanlage sei der 500 Meter lange Zaun mit einbetonierten Stahlträgern erneuert worden, um nun eine Dauerlösung zu schaffen. Nächster Arbeitsschwerpunkt werde der Kipphasenstand sein, der mechanischen Nachholbedarf habe.

Helmut Arend berichtete über die Jagdhornbläser Kassel, dass man in Heina, beim Hessentag, der Frühjahrsausstellung, dem Frankonia-Herbstfest, der Hubertusmesse und den Hubertusfeiern aufgetreten sei.

Jungjägerausbilder Wolfgang Schmidt stellte für den nächstfolgenden Jungjägerkurs eine gute Beteiligung in Aussicht. Er bedauerte, dass bei der Ausbildung recht unterschiedliche länderspezifische Regelungen gebe und plädierte für eine bundeseinheitliche Regelung, um den Ausbildungstourismus für den Jagdschein zu beenden.

Für den Organisationsauschuss des Vereins bedankte sich der zweite Vorsitzende Wolfgang Deutscher für die gute Zusammenarbeit mit dem Nachbarverein Hubertus Kassel. Deren Vorsitzender Prof. Dr. Gerd Rohmann und Schießobmann Walter Siebert hätten ihren Kurzwaffenstand für Jungjägerausbildung der Hessenjäger zur Verfügung gestellt. Weiter beklagte Deutscher die Erschwernisse, die die Landesregierung durch die zusätzliche Schießdisziplin „laufender Keiler“ den Jagdvereinen aufbürde. Dies gehe auf die grüne hessische Umweltministerin Priska Hinz zurück, die die Jagdausübung zusehends behindere.

Cornelia Döring, die Leiterin des Lernortes Natur, sprach von 30 geleisteten Einsätzen, wovon 20 auf Waldjugendspiele und zehn auf Kindergartengruppen entfielen. Unter anderem sei man bei der 1250-Jahr-Feier in Rotenburg-Braach, in Kaufungen und beim Erntedankfest in Kassel-Wolfsanger zugegen gewesen.

Zur Finanzlage des Vereins wies Kassierer Volker Dippel folgende Zahlen aus: Die Einnahmen betrugen im Berichtsjahr 46715 Euro, die Ausgaben 44258 Euro, das Guthaben nebst früheren Rückstellungen 24218 Euro.

Unter dem Tagesordnungspunkt Anträge verabschiedeten die Jäger einstimmig eine Resolution an die Adresse des Landesjagdverbandes. Damit will man gegen die neu eingeführte Begrenzung der Jagdzeiten beim Raubwild und die Verschärfung der Jägerprüfung durch zusätzliches Keilerschießen vorgehen.

Langjährige Mitglieder wurden bei der Veranstaltung geehrt. Für 30 Jahre: Erika Rymarzik-Bainbridge, Prof. Dr. Stefan Beissert, Johannes Djukic, Claus Göttlich, Carsten Günther, Hans Alfred Hevecker, Jörg Uffelmann und Alfred Zufall.

Für 20 Jahre: Frank Becker, Ekkehart Bippig, Oliver Fleck, Wilhelm Haßlöwer, Karsten Pötzsch, Dr. Heinrich Schaller, Marco Smoydzin und Thorsten Wagner.

Für zehn Jahre: Jürgen Bauer, Volker Dippel, Wilhelm Kuhaupt, Torsten Morbitzer, Dr. Alexander Otto, Jörn Range, Rainer Scholz und Sigrid Steube vom Bläserkorps.

Langjährige Mitglieder der Hessenjäger erhielten von Wolfgang Deutscher und Herbert Bachmann Urkunden und Anstecknadeln.

Langjährige Mitglieder der Hessenjäger erhielten von Wolfgang Deutscher und Herbert Bachmann Urkunden und Anstecknadeln. (Foto: beb)