Buh-Rufe gegen CDU und Grüne

Über 3500 Jäger empörten sich über die ideologisch motivierten Angriffe auf die Jagdpraxis. (Foto: LJV)

Volker Dippel und Georg Schwarz (V.l.n.r.) rüsten sich am Wiesbadener Bahnhof für den Demo-Start. (Foto: beb)

Hubert Bödger und Franz Hieß (V.l.n.r.) üben sich im Umgang mit Spruchplakaten vor Beginn der Demonstration. (Foto: Georg Schwarz)

Hubert Bödger und Franz Hieß (V.l.n.r.) üben sich im Umgang mit Spruchplakaten vor Beginn der Demonstration. (Foto: Georg Schwarz)

Wiesbaden/Kassel. Mit Geselligkeit und schöner Gemeinschaft starteten die Hes-senjäger mit rund 30 Jägern am Samstag, 26. September, im Bus zur Demo nach Wiesbaden. Mit dabei waren auch einige Mitglieder der Kasseler Jägerschaft Huber-tus mit ihrem Vorsitzenden Prof. Dr. Gerd Rohmann. Gemessen an der Mitglieder-zahl beider Vereine – weit über 800 – waren wir nur ein kleiner Haufen, der gegen die Pläne der Grünen-Ministerin Priska Hinz wirklich demonstrieren wollte.
Von ihr vorgesehen sind Einschränkungen der Jagdzeiten, ein Wild-Monitoring durch den Wahlhelferverband der Grünen, Nabu, und eine erhebliche Erschwerung der Jägerprüfung: Von unseren diesjährigen 27 Prüflingen hätten nach den neuen Regeln praktisch nur zwei die Theorieprüfung bestanden, rechnete unser Prüfungsvorsitzender Wolfgang Deutscher nach.
Unterwegs erfreute uns Vereinsvorsitzender Herbert Bachmann mit deinem deftigen Wurst-Frühstück, bei dem selbst Tisch und Tischdecke nicht fehlten. In Wiesbaden angekommen, hatten wir keine Mühe, am Startort Bahnhof Gleichgesinnte zu finden. Da standen bestimmt weit über 3500 Jäger mit orangefarbenen Westen. Sie warteten – nur mit Jagdhörnern und tiefem Unmut gegenüber der Landesregierung bewaffnet – auf den Start zur Demo. Der Zug setzte sich dann Richtung Staatskanzlei in Bewegung, den Anfang und das Ende der Jägerkolonne konnten wir nur ahnen, wir waren mittendrin in einer unübersehbar langen Schlange.
Angekommen auf dem Kranzplatz begrüßte uns der Präsident des Landesjagdver-bandes, Dr. Jürgen Ellenberger. Er sprach an, was wir alle dachten: Es müsse Schluss damit sein, die Jagd mit Ideologie und einer sachfremden Jagdverordnung zu torpedieren. Wir seien die Mehrheitsgesellschaft und nicht die kleine Minderheit von Jagdgegnern. Einige davon, etwa ein Dutzend, hatte sich mit viel Lärm am Ran-de des Platzes gegenüber den dreieinhalbtausend Jägern eingefunden.
Der Redner der CDU-Landtagsfraktion, Walter Arnold, der sich inzwischen für die Jagdabschaffungspläne der Grünen begeistern lässt, erntete Buhrufe und ungeord-neten Jagdhorn-Lärm. Ähnlich ging es der Grünen Ursula Hammann, die vor den randalierenden Jägern gleich kapitulierte und wieder verschwand. Nur je ein Vertreter der SPD und der FDP versprachen, sich an die Seite der Jäger zu stellen und ernteten wohlmeinenden Applaus nur für ihre Worte. Jetzt sind beide Parteien in der Opposition und keiner weiß, was sie denken und tun, wenn sie an die Macht kommen.
Armin Müller, Vizepräsident des Landesbauernverbandes, mahnte in Richtung Lan-desregierung, dass Argumente und nicht Ideologie siegen dürften. Wie zu Beginn der Kundgebung lieferten Hunderte von Jagdhornbläsern auch zum Abschluss ein Konzert mit Jagdsignalen. Am Ende kam das Halali. Wir fuhren zufrieden heim.

(beb)