Dr. Ellenberger: Das Bleiverbot kommt

Kassel. „Wir werden ein Verbot bleihaltiger Munition bekommen – auch auf den Schießständen“. Dies war eine der Botschaften, mit der sich Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Hessischen Landsjagdverbandes (LJV), bei der Hubertusfeier der Hessenjäger Kassel am Donnerstagabend, 13. November, im Landhaus Meister an rund 100 Jäger wandte. Bei der Veranstaltung erhielten Jungjäger ihre Jägerbriefe und zahlreiche Mitglieder Auszeichnungen für ihre Treue gegenüber dem Verein.

Bei seinem Hinweis auf das Verbot der Bleimunition betonte der LJV-Präsident, dass auch die Schießstände der Jagdvereine umgerüstet werden müssten. Dies bedürfe finanzieller Hilfe von außen. Insgesamt bewertete Dr. Ellenberger diese Regierungsinitiativen sehr kritisch. Bislang sei durch Blei „keine wirkliche Gefährdung nachgewiesen worden.“

Als ein weiteres Thema sprach der LJV-Präsident das negative Image der Jagd in der Öffentlichkeit an. Immerhin fänden 80 Prozent der Deutschen die Jagd positiv. Sein Verband habe deshalb im Bereich der Pressearbeit viel geleistet. Die neue Jagdzeitschrift „Hessenjäger“ vom Melsunger Verlag Neumann-Neudamm komme gut an, auch bei Facebook sei die Hessische Jägerschaft mittlerweile präsent. Ferner leisteten die Kasseler Jagdvereine dazu ihren Beitrag: „Sie zeigen beim Hessentag eine Öffentlichkeitsarbeit, wie man sie sich wünschen kann.“ Ferner drückte Ellenberger den Wunsch aus, dass die örtlichen Jagdvereine auch mit der HNA eine enge Zusammenarbeit pflegen sollten.

Schließlich ging Dr. Ellenberger auf die Jagdgegner ein. Sie säßen mittlerweile in Regierungen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig Holstein und Baden-Württemberg. Ihre Absicht sei, die Zahl der jagbaren Tierarten einzuschränken und die Jagdzeiten zu verkürzen. Diese Erschwernisse entstünden, ohne dass es dafür sachliche Gründe gebe.

Auch die Basis der Jagdvereine könne laut Dr. Ellenberger ihr öffentliches Ansehen verbessern: Nach außen müsse man geschlossen auftreten, sachliche Kritik aber nur nach innen richten. „Der Jäger ist mit seinem Verhalten der Bote in der Öffentlichkeit,“ bekräftigte der Präsident als Fazit zu diesem Thema.

Vereinsvorsitzender Herbert Bachmann begrüßte zur Hubertusfeier neben dem LJV-Präsidenten auch den Vorsitzenden des Jagdvereins Hubertus Kassel, Prof. Dr. Gerd Rohmann. Bachmann erinnerte an den heiligen Hubertus, der uns die Einmaligkeit der Schöpfung nahebringe. Es gelte, „mit der uns anvertrauten Natur schonend umzugehen und sie für nachfolgende Generationen zu bewahren.“

Nach dem symbolischen Jägerschlag erhielten Jungjäger, die nach der Ausbildung im Jagdverein die Prüfung bestanden hatten, ihren Jägerbrief von Wolfgang Deutscher, dem zweiten Vorsitzenden der Hessenjäger: Sven Behrens, Timm Eberwein, Thorsten Feldpausch, Maria Giese, Ramona und Janek von Juterzenka, Kai Kaufhold, Pascal Knitterscheidt, Freya Körtge, Stephanie Schreiber, Heinrich und Theresia Schulze, Ralf Thaetner, Michael Tietze sowie Frank Wittig. Außerdem waren Daniel Ebeling, Frank Pleyer, Bernadette und Maximilan Schulze sowie Markus Winkelhoch bei der diesjährigen Jägerprüfung erfolgreich.

Zudem wurden Mitglieder mit Urkunden ausgezeichnet: Prof. Dr. Linnenkohl für 50 Jahre Mitgliedschaft, Helmut Wolfram für 40 Jahre, Erich-Werner Dittmar, Ursula und Lothar Gockeln, Uwe Groß, Robert Grün, Heinrich Pfeilschifter und Hasso-Werner Schröder für 25 Jahre. Petra Iske erhielt für 10 Jahre aktives Blasen eine Auszeichnung. Axel Westendorf, Dietmar Hahn und Georg Schwarz durften sich für ihren Einsatz im Verein die Ehrennadel des Jagdverbandes anstecken.

Die Sieger des jüngsten Keilerschießens – Herbert Hintz, Carsten Poetzsch und Jochen Kohl – bekamen einen Preis. Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgten die Jagdhornbläser Kassel.

Dr. Klaus Bebendorf

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Die Geehrten (v.r.nl.): Uwe Groß, Petra Iske, Hasso-Werner Schröder, Axel Westen- dorf, Erich-Werner Dittmar, Vorsitzender Herbert Bachmann, Ursula Gockeln, Dietmar Hahn und Lothar Gockeln. (Foto: deu)

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Dr. Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen, bei seiner Festansprache vor rund 100 Jägern im Landhaus Meister in Kassel. (Foto: beb)

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Die Jungjäger haben nach bestandener Jägerprüfung den begehrten Jägerbrief in den Händen. Ganz rechts im Bild: Vorsitzender Bachmann. (Foto: beb)

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Für ihre beispielgebende Arbeit an der Spitze der Jagdhornbläser Kassel erhielten Inge und Helmut Arend ein Gemälde von Curt Frank. (Foto: deu)