Landgericht Kassel

Friebertshäuser nun rechtskräftig verurteilt

Kassel. Eine schwere Schlappe hat der frühere Pressereferent des Jagdvereins Hessenjäger Kassel, Uwe Friebertshäuser aus Bad Emstal, hinnehmen müssen: Das Landgericht Kassel verurteilte ihn am 17. September dazu, dem Verein Rechenschaft über die Verwendung von etwa 10.000 Euro – rund 3000 Euro Vorschüsse und rund 7000 Euro Munitionsgeld – zu geben. Die Gelder stammten aus der Vereinskasse. Friebertshäuser war im Frühjahr 2014 von seinem Vorstandsamt zurückgetreten und hatte sich anschließend vehement dagegen gesträubt, dem Verein über die ihm zuvor anvertrauten Geldbeträge Rechenschaft abzulegen.

Das frühere Vorstandsmitglied legte gegen das Urteil Berufung ein. Nachdem ihm aber das Oberlandesgericht Frankfurt Anfang 2016 mitgeteilt hatte, dass dieses Rechtsmittel kaum Erfolgsaussichten haben werde, zog er sein Berufungsbegehren zurück. Damit wird das erstinstanzliche Urteil rechtswirksam und der Verurteilte muss die gesamten Kosten des Verfahrens tragen.

Friebertshäuser hatte während seiner Amtszeit im Vorstand der Hessenjäger von dem ebenfalls im Frühjahr 2014 zurückgetretenen Schatzmeister Jonas Bender ohne Wissen des übrigen Vorstandes Vorschussgelder erhalten. Außerdem war er eine Zeit lang für den Munitionsverkauf auf dem vereinseigenen Schießstand zuständig – dabei entstanden der Vereinskasse Ausgaben – Einnahmen auf dem Vereinskonto hat der Vereinsvorstand jedoch bis heute nicht feststellen können.

Allerdings ergab sich noch ein unerwarteter Zwischenfall: Nachdem der Jagdverein die Klage auf Rechenschaft gegen Friebertshäuser auf den Weg gebracht hatte, übergab dieser im Büro seines Anwalts an die Kassenprüfer der Hessenjäger Ende Februar 285 Euro in Scheinen und vier Kilogramm Münzgeld. Dabei war ein unverständlicher Begleitzettel, der den Geldbetrag der Scheine und die Masse der Münzen auswies. Ein recht ungewöhnlicher Vorgang, zumal sich Friebertshäuser im Internet geneigten Kunden als „Vermögensberater“ anempfiehlt.

Im Verein hatte der Verurteilte für erheblichen Unfrieden gesorgt, als er verleumderische Gerüchte verbreitete, die beiden Vorsitzenden würden sich am Vereinsvermögen bereichert haben. Beweise konnte er bislang nicht vorlegen. Es kam zu einem Hinauswurf: Die Mitglieder schlossen Friebertshäuser auf ihrer jüngsten Mitgliederversammlung Ende Mai endgültig aus dem Verein aus.

(beb)